FWG-Stellungnahme zum Allwetterbad

Liebe Grünstadter Bürgerinnen und Bürger,

 

stimmen Sie am Sonntag, den 26.01.2014 im Bürgerentscheid mit NEIN und
gestalten Sie damit die positive Zukunft von Grünstadt.

 

Wir, die Freien Wähler haben von Anfang an eine klare, eine wirtschaftliche und
eine zukunftsträchtige Position vertreten, nämlich den Neubau!
Den Stadträten wurden 2009 Zahlen und Argumente präsentiert nach denen eine
Renovierung und eine Attraktivitätssteigerung für 5,5 bis 6,5 Millionen zu haben
wäre.

Weil alle Stadtratsmitglieder für eine Schwimm- und Bademöglichkeit in
Grünstadt sind, haben auch wir schweren Herzens diese Variante unterstützt.
Natürlich müssen zu Beginn einer solchen Maßnahme auch verlässliche Zahlen
vorliegen. Leider ist es so, dass die öffentliche Hand und die im Besonderen, an
feste vorgegebene Verfahrensschritte gebunden ist. Es hat uns zwar ca.
600.000,00 Euro gekostet um die genauen Zahlen und die planerischen
Möglichkeiten zu erarbeiten, aber was wäre passiert, wenn wir dies so nicht
getan hätten? Die Planungen hätten begonnen, die Kostenkalkulation vor Beginn
der Bauarbeiten wäre bei 7,0 Millionen gelegen, der Stadtrat hätte
zähneknirschend zugestimmt. Nachdem die Bauarbeiten begonnen hätten, hätten
sich die typischen Renovierungsprobleme gezeigt und der Stadtrat wäre
gezwungen gewesen wieder einer Kostensteigerung zuzustimmen. Die
Endabrechnung hätte bei 12,0 – 14,0 Millionen gelegen.
Nun hätten Sie liebe Bürger zu Recht gesagt: „Was sind das für Stadträte?
Haben die denn bei der Sanierung des alten Rathauses nichts dazu gelernt?“
Der damalige Stadtrat hatte der Rathaussanierung für 550.000,00 Euro
zugestimmt und war dann gezwungen der weiteren Million Euro zuzustimmen,
zum Schluss haben wir 1,7 Millionen Euro statt der geplanten 550.000,00 Euro
ausgegeben.


Zu einem klaren Weg gehört für uns natürlich auch zu prüfen, was bekommen
wir für eine Investition von 12,0 Millionen geliefert?
Was versteht man eigentlich unter einer „Energetischen Sanierung“ überhaupt?
Es bedeutet: Maßnahmen ergreifen die dazu dienen sollen den Energieverbrauch
zu minimieren.
Genau das tun wir mit dieser Investition von 12 Millionen Euro aber nicht.
Wir halten die jetzt schon bekannten neuen Gesetze der Wärmeverordnung aus
2013 nicht ein. So besteht die klare Aussage von allen Fachleuten: „Mit einem
„Cabrio – Dach“ kann man keine einzige Vorgabe zur Wärmeverordnung
einhalten!“
Die Freien Wähler fragen sich: „Wieso muss jeder Häuslebauer, jeder Vermieter
und jeder Mieter diese Gesetze einhalten und unsere Verwaltung nicht?“
Zu einem klaren Weg gehört auch zu sagen was bedeutet das Wort
„Neubauqualität“?
Eine Teilsanierung, auch wenn sie bis zu 70 % am Gebäude und an der Technik
durchgeführt wird, bleibt eben eine Teilsanierung und kein Neubau!
Zu einem klaren Weg gehört es, alle Alternativen zu prüfen. Unser
Bürgermeister hat bei dem Neujahrsempfang folgenden Satz gesagt:
„Wenn die Bürgerinnen und Bürger am 26.01.2014 nein zur energetischen
Sanierung und zur Modernisierung sagen, wird es meiner Meinung nach in den
nächsten 10 Jahren kein Schwimmen in Grünstadt geben!“
Die Freien Wähler sind unserem Bürgermeister wohl gesonnen, aber mit dieser
Aussage hat er natürlich den Mitarbeitern und den Vereinen große Angst
gemacht. Mit Sicherheit ist diese Art und Weise der Sache nicht dienlich.
Außerdem ist sie auch zu 100% falsch, denn ein Neubau ist auch bis 2016
betriebsbereit, genauso lange benötigt man für die geplante Renovierung.
Zu einem klaren Weg gehört es auch einmal zu prüfen, was wollen und was
brauchen wir in Grünstadt überhaupt?
Wollen und brauchen wir eine ganzjährige Schwimm- und Bademöglichkeit in
Grünstadt?
Ergebnis: Wir wollen und brauchen ein Hallenbad!


Brauchen wir unbedingt ein Freibad für 3 – 4 Monate im Jahr?
Ergebnis: Nein, wir müssen nicht in einen Konkurrenzkampf, für 3 – 4
Monate im Jahr, mit den umliegenden Bädern treten.
Die Freibäder in Eisenberg, Hettenleidelheim und Altleiningen
werden heute schon von Grünstadtern genutzt.
Brauchen wir unbedingt ein Spaßbad?
Ergebnis: Nein, innerhalb von 20 Minuten Fahrzeit kann man mindestens
10 Erlebnisbäder in der Umgebung anfahren.
Die Freien Wähler wollen ein neues Hallenbad mit Sauna bauen, indem alle
junge, alte, behinderte und Sporttreibende Menschen schwimmen und baden
können. Dieses Hallenbad bringt die Stadt Grünstadt in den neuen
Bäderverbund, bestehend aus den Freibädern von Eisenberg, Hettenleidelheim,
Altleiningen ein.
An zweiter Stelle kommt für uns Freie Wähler die Wirtschaftlichkeit einer
Investition zu prüfen.
Selbst wenn die Investition von 12 Millionen am jetzigen Standort einen Sinn
machen würde, muss man doch bedenken, wir blockieren für die nächsten
30 Jahre mit dem Schwimmbad die schönste Wohnlage in Grünstadt. Übrigens
in der Vergangenheit haben sich Anwohner über Lärm usw. beschwert und
Gerichtsprozesse gegen die Stadtwerke wegen des Schwimmbades geführt.
Streng gesagt, unser jetziger Schwimmbadbauplatz kostet die Stadt weitere 8,0
bis 9,0 Millionen Euro. In absehbarer Zukunft muss die Feuerwehr und das
Schwimmbad sowieso ausgegliedert werden.
Deshalb sollten wir diese einmalige Chance nutzen und uns ein neues,
hochwertiges Wohngebiet schaffen, welches uns dann auch erhebliche
Steuereinnahmen bescheren wird. Mit dem Verkaufserlös von 8 bis 9 Millionen,
könnte der Neubau mit Sauna zu fast 80 % finanziert werden.
Als wichtigsten Punkt sehen wir die Zukunftsfähigkeit einer Investition!
Es ist die Pflicht des Bürgermeisters, der Verantwortlichen in der
Stadtentwicklung und Planung, sowie der Stadtratsmitgliedern die Zukunft für
Grünstadt zu planen und zu gestalten.


Wir Freien Wähler sehen die Zukunft eines Hallenbades mit Sauna und der
Feuerwehr am Rande der Stadt und nicht im Zentrum der Stadt. Deshalb sehen
wir das Hallenbad mit Sauna in der Sportanlage im Rudolf-Harbig-Stadion
(Eigentümer ist die Stadt) auf dem kaum noch genutzten Hartplatz, dessen
Fläche reicht für einen Parkplatz und ein Hallenbad mit Sauna aus. Da es sich
bei dieser Fläche um eine Sportfläche handelt, könnte mit einem Neubau
sofort begonnen werden, denn Schwimmen ist bekanntlich auch Sport.
Zukunftsfähig kann auch nur ein Neubau sein, der zu 100% nach den
Bedürfnissen und Wünschen der Nutzer gebaut wird. So kann die Anzahl der
Schwimmbahnen, die Lage der Kursbecken, der Eltern-/Kind Becken, ohne die
Zwänge der vorhandenen Baugegebenheiten beachten zu müssen, frei gestaltet
werden. Im Jahr 2016 ist die jetzige Sauna fast 20 Jahre alt und braucht auch
eine Auffrischung, sonst hat sie keine Zukunft.
Keine Zukunft hat zurzeit das Sozialgebäude mit Duschen und Sanitärräumen in
der Rudolf-Harbig-Sportanlage. Dieses Gebäude wird von den Schulen und den
Sportvereinen genutzt. Auch hier wird ein Neubau für 1,5 bis 2,0 Millionen
Euro erforderlich sein.
Diesen Bedarf könnte man abdecken, wenn man in dem neuen Hallenbad
Räumlichkeiten schaffen würde (Kosten von ca. 0,2 bis 0,3 Millionen). Bei
dieser Maßnahme würde man auch die laufenden Unterhaltskosten in diesem
Bereich um 50 % reduzieren können.
Ermittlung der Kosten für die Variante der Verwaltung:
-Energetische Sanierung und Modernisierung: 11,0 – 12,0 Millionen
-Auffrischung der Sauna 2016 oder 2017: ?????
-Neubau Sozialgebäude Sportanlage: 1,5 – 2,0 Millionen
12,5 – 14,0 Millionen
-abzüglich des Landeszuschusses: - 1,3 Millionen
Erforderliches Kapital: 11,2 – 12,7 Millionen
Die Verschuldung der Stadt würde von 20 Millionen auf 31,2 bis 32,7
Millionen Euro (fast um 60 %) steigen.


Ermittlung der Kosten – Vorschlag der FWG
für einen Neubau mit Sauna und Sanitärbereich für die Sportanlage
-Grundstück ist Eigentum der Stadt ---
-Neubau Schwimmbad mit Sauna: 10,0 – 15,0 Millionen
-Neubau der Sozialräume im Hallenbad
für die Sportanlage: 0,2 – 0,3 Millionen
10,2 – 15,3 Millionen
-abzüglich des Landeszuschusses: - 1,3 Millionen
Erforderliches Kapital: 8,9 – 14,0 Millionen
-abzüglich der Einnahmen aus dem Verkauf
der Bauplätze am alten Schwimmbad ca.: 8,0 – 9,0 Millionen
Erforderliches Kapital: 0,9 – 5,0 Millionen
Die Verschuldung der Stadt würde von 20 Millionen auf 21 - 25,0 Millionen
(ca. 25 %) steigen.


Zusammenfassend:
1.) Deshalb müssen Sie mit NEIN stimmen!
2.) Ein Neubau mit Sauna hat für die nächsten 40 Jahre Bestand und senkt die
laufenden Kosten erheblich!
3.) Für die Renovierung werden 2 Jahre benötigt, genauso lange wie für den
Neubau, also können wir in jedem Fall ab 2016 wieder schwimmen in
Grünstadt!
4.) Ein Bäderverband kann nur entstehen, wenn wir keine zusätzliche
Sommerkonkurrenz für unsere Nachbarn schaffen.
5.) Gemeinsam im Bäderverbund müssen wir das tatsächliche Minus von
1,2 Millionen bis 1,4 Millionen jährlich vor dem steuerlichen Abzug
senken. Was passiert in der Zukunft, wenn dieser steuerliche Schachzug
einmal nicht mehr möglich ist und wir den vollen Minusbetrag von
1,2 Millionen bis 1,4 Millionen tragen müssen.


Ihre Freien Wähler in Grünstadt
Ihre FWG-Fraktion im Stadtrat
Johannes Adam / Eugen Eibel / Bernd Fuchs / Peter Herbst / Kerstin Kühn

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